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Landkrankenhaus Meißen-Cölln –

Stille. Einfach nur Stille.

Plötzliches Geraschel. Wildes Rascheln.

Weit in der Ferne und doch sehr nah. Der Wind zieht durch ein halb geöffnetes Fenster. Eine Abdeckplane schlägt vom Wind getrieben immer wieder an die Wand und gegen den Rahmen des Fensters.

Unter meinen Füßen knirscht und knackt es.

Mein Herzschlag wird schneller.

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In voller Spannung laufe ich mit einem Freund durch die verfallenen Gänge eines alten Gebäudes. Knack – wieder ist etwas unter meinen Füßen zerbrochen.

Der schmale Gang durch den wir hereingekommen sind, ist unbeleuchtet und hat keine Fenster. Wir sehen nur Ausschnitte des Bodens und der Wände, die uns das Licht unserer Stirnlampen freigibt. Auf dem Boden liegen Holzlatten, Ziegelbruch und Scherben von alten Glasflaschen.

Endlich sind am Ende des Ganges angekommen. Links zweigt noch eine Treppe in den Keller hinab, welche wir allerdings nicht heruntersteigen werden.

Wir kommen weiter in einen großen leeren Raum, der von Tageslicht durchflutet wird. Es gibt keine Anzeichen, was hier einmal gewesen ist.

So laufen wir weiter und durchstreifen wunderschöne alte Gänge, die vom postapokalytischen Charm des Verfalls gezeichnet sind. Überall blättert die Farbe von den Wänden und die meisten Türen an den Gängen sind weit aufgesperrt. An einer liest man ‚Küche‘, eine andere Tür wiederum ist mit ‚Schwesternzimmer‘ beschriftet, an der nächsten steht ‚Büro‘ geschrieben. Jedes Zimmer ist entsprechend seiner Funktion beschriftet und spätestens nun wird jedem klar, dass Wir Uns in einem verlassenen Krankenhaus befinden. 

Wir streifen weiter durch die Gänge und gelangen zu einem Treppenhaus. Weiter oben finden wieder zahlreiche Türen und Zimmer. Langsam wird es auch etwas heller. Auf dieser Etage zeigt sich nun das Hauptmotiv der Location: ein Raum, gestaltet voller blauer Fliesen – der Operationssaal. urbex abandoned abandonedplaces decay urbanexploration photography urbexworld junkies urbandecay lostplace abandonedafterdark renegade urbanexploring urbexphotography exploring seekers urbanexplorer kings utopia ruins abandonedhouse forgotten meissen veb zuckersiede ziegeleiGroß und geräumig, lichtdurchflutet befindet sich in der Mitte ein Operationstisch. An den Seiten sieht man noch ein Regal stehen; die Durchlichttafel für die Röntgenbilder wurde vom Vandalismus heimgesucht. Leider findet man diese wahllose Zerstörung an ‚lost places‘ immer wieder. Traurig.

Wir machen ein paar Fotos und schauen uns das Objekt weiter an. Wir finden in den verschiedenen Räumen alte Waschbecken, Heizkörper, umgekippte Stühle und zerbrochene Flaschen. Auf den Gängen stapeln sich teilweise ausgehängte Türen und Fenster. Die „Kupferdiebe“ haben sich auch an der Bausubstanz zu schaffen gemacht und die meisten Rohre demontiert. An einigen Wänden wurde Graffiti angesprüht, oftmals auch mit nicht so rechtkonformen Inhalten.

Wir gehen zurück ins Treppenhaus und steigen die letzte Etage hinauf auf den Dachboden. Doch wie so oft müssen wir unser Vorhaben bald unterbrechen, da dessen Balkenkonstruktion nicht unbedingt den stabilsten Eindruck hinterließ. Ein paar Fotos später steigen wir wieder nach unten und verlassen nach diesen eindrucksvollen Momenten das Landkrankenhaus Cölln.

Recherchen zur Geschichte des Landkrankenhauses Cölln haben noch einige Informationen zu Tage getragen, welche ich Euch auch nicht vorenthalten will:

Die Heilanstalt wurde um 1854 errichtet und wird unter den heutigen Kulturdenkmälern gelistet. Damals war der Stadtteil Cölln noch ländlich geprägt und nicht derart dicht bebaut, wie er sich Uns heute zeigt. Das Krankenhaus diente zu Beginn als Armenhaus als Auffangstation für bedürftige Menschen, später dann, nach einer Erweiterung der Gebäude, wurde die Heilanstalt zu dem heute bestehenden Landkrankenhaus. Neben der Aufnahme von Kranken wurde dabei das Anwesen auch als Erziehungsanstalt für „schwer erziehbare Kinder“ genutzt – hier wurde so manch einer mit dem Rohrstock oder gar mit anderen Züchtigungsmaßnahmen in die Schranken der damaligen Normen gewiesen.

Zu Kriegszeiten fungierte das Krankenhaus als Lazarett.

Mit der Errichtung eines weiteren Krankenhauses im Jahre 1994 auf dem Nassauweg wurden die Tätigkeiten des Landkrankenhauses Cölln eingestellt. Seitdem steht das Gebäude leer und die Stadt Meißen versucht zusammen mit dem Eigentümer eine sinnvolle Nachnutzung zu finden. Nach meinem Besuch in diesem wunderschönen Gebäude brannte im Jahre 2014 der Dachstuhl. Seitdem nagt der Zahn der Zeit noch schneller an dem alten Backsteingebäude.

Alle Bilder zum Artikel zum Artikel findet ihr >>>hier<<<

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