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Naturfotografie – (Gastartikel)

Autor: Vanessa Stark, www.vanessastark.de

Auf meine Anfrage in einem Forum auf Facebook, meldete sich Vanessa und wollte gern einen Beitrag zum Thema Naturfotografie schreiben. Vielen Dank an Vanessa und ich wünsch euch viel Spaß beim lesen.


Naturfotografie

Über die Jahre hinweg hat sich bei mir zwar Vieles verändert, jedoch ist die Liebe, besonders zur Naturfotografie, geblieben.

Das erste Mal, dass ich mich mit dem Thema Fotografie auseinander gesetzt habe, war im Jahr 2009. Mit gerade einmal 12 Jahren hielt ich zum ersten Mal die Canon PowerShot S90 (Digitalkamera) in der Hand, welche ich nach meinem Geburtstag mein Eigen nennen durfte.

Zu diesem Zeitpunkt wurde mir bewusst: Fotografie ist für mich eine Möglichkeit des (Selbst-) Ausdrucks.

Aus diesem Grund will ich dir heute meine 5 Top-Learnings für gelungene und atemberaubende Naturfotos verraten.

Dieser Beitrag ist etwas für dich, wenn du

  • gerne draußen unterwegs bist,
  • Spaß am Fotografieren hast,
  • dich im Bereich Outdoor-Fotografie verbessern willst,
  • und professionell wirkende Naturfotos schießen willst.

Im Vordergrund dieses Beitrages stehen jedoch keine zu spezifischen Themen, wie etwa die Kameraeinstellungen oder die Bildkomposition. Vielmehr geht es um die Grundlagen im Bereich Naturfotografie, sowie das anschließende Bearbeiten der geschossenen Bilder.

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Was ist mit Naturfotografie gemeint?

Zur Kategorie Naturfotografie (gerne auch Outdoor-Fotografie genannt) zählen fast alle Fotos, die von unterwegs bzw. draußen gemacht werden. Darunter fallen sowohl Urlaubsschnappschüsse von Stränden, wild lebenden Tieren, Parks und Wäldern als auch geknipste Bilder von Sonnenauf- & Untergängen.

Die wohl größte Herausforderung neben dem Zusammenstellen der Fotoausrüstung ist bei der Naturfotografie das wählen und finden des Motivs. Oft sind gerade einzigartige Fotospots nicht unbedingt in der Nachbarschaft zu finden – was nicht heißt, dass es in deinem Garten oder auf deinem Balkon keine tollen Motive gibt! – weshalb du dir am besten vorab Gedanken machst, was genau du fotografieren willst.

Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass meine schönsten Fotos meist spontan und aus dem Moment heraus entstanden sind. Aber auch mit ein wenig Planung und dem richtigen Spot hatte ich schon des öfteren Glück, weshalb ich besonders am Anfang dazu rate, eine interessante Umgebung zu wählen.

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Naturfotografie für Anfänger: 5 Tipps für gelungene Fotos

Auf die Plätze, fertig… Foto!

Besonders wenn du generell Spaß daran hast, Zeit in der Natur zu verbringen, wirst du früher oder später sicherlich mit ein paar Schnappschüssen beginnen. Damit diese professioneller wirken und vielleicht am Ende sogar auf deinem eigenen Blog landen, habe ich nachfolgend meine 7 besten Naturfotografie-Tipps aus den letzten 10 Jahren für dich zusammengefasst.

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1. Kamera: Sie muss zu dir passen!

Hier will ich ganz ehrlich zu dir sein:

Als ich damals anfing, hatte ich überhaupt keinen Schimmer. Weder sagten mir die ganzen Modellreihen, noch die dahinterstehenden Zahlen etwas.

Aus diesem Grund begann meine Fotografiereise mit der oben erwähnten Digitalkamera. Da mein Vater jedoch ein leidenschaftlicher Hobbyfotograf ist, verliebte ich mich schnell in sein Modell: eine digitale Spiegelreflexkamera von der Marke Canon. Da ich mir diese aber weder leisten konnte, noch wirklich mit einer Kamera umzugehen wusste, blieb ich bei meinem Anfänger Modell und wechselte mit den Jahren auf meine Smartphonekamera.

Der große Vorteil: Handlich und sowieso immer mit dabei!

Viele Jahre – um genau zu sein acht! – vergingen, bevor ich meinem Vater stolz seine Kamera abkaufte…

… aber zufrieden war ich nicht.

Zwar waren die Fotos echt scharf gestochen und es fehlte mir auch nicht am nötigen Zubehör, aber schnell kristallisierte sich heraus, dass eine Spiegelreflexkamera doch nichts für mich ist.

Acht Jahre hatte ich von dieser Kamera geträumt und von heute auf morgen wurde mir schlagartig bewusst, dass ich sie schweren Herzens wieder abgeben muss.

Das Gewicht, die Größe und auch das Auslösergeräusch passten einfach nicht zu meinem Lebenstil auf Reisen.

Aus verschiedenen Gründen, aber vor allem wegen der Kompaktheit und der fortgeschrittenen Technologie, habe ich mich dann vor etwa einem Jahr wieder für meine Handykamera entschieden. Derzeit fotografiere ich also mit dem iPhone S6 oder dem Handy meines Mannes – einem Samsung S9 Plus. Beide liefern sehr scharfe Bilder, gleichen die Lichtverhältnisse ideal aus und haben sich auch schon in der Naturfotografie bewiesen.

Deshalb mein Tipp für dich:

Überlege, was dir wichtig ist.

Mein Hauptgrund für den Wechsel zurück zur Handykamera war der Punkt, dass ich so auch nur einmalige Ausgaben hatte. Zwar war das Handy etwas teurer als vergleichsweise ähnliche ohne gute Kamera, jedoch hätte mich beiden in getrennter Kombination um einiges mehr gekostet.

Ich kenne übrigens auch professionelle Fotografen, welche mit ihrem iPhone, Samsung oder Huawei Fotos für ihren Blog, ein Magazin oder sogar ihre Kunden knipsen.

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5 Kriterien, die du bei deiner Entscheidung zur idealen Kamera berücksichtigen solltest

  • Sensor-Auflösung (Megapixel)

Um Fotos mit einer guten Auflösung zu schießen, bedarf es einer hohen Anzahl an Megapixeln. Dies sollte aber nicht zwingend dein Hauptkriterium sein, um gute Fotos zu schießen. Gerade im Bereich Naturfotografie sind Punkte wie die Akkulaufzeit, ein vorhandenes Display und ein guter Stabilisator von Vorteil.

  • Speichermedium

Hier kommt es drauf an, wie oft du deine Fotos aussortieren und auf ein anderes Medium übertragen willst. Nach einem Wochenendtrip kommen bei fleißigen Fotografen gerne mal mehrere hundert bis tausend Bilder zusammen.

Als kleiner Anhaltspunkt:

In den letzten sechs Monaten habe ich alleine mit meinem Handy fast 3.000 Fotos gemacht. Ein professioneller Fotograf schießt hingegen schon 300-500 Bilder pro Shooting – welche natürlich noch üppig aussortiert werden, jedoch hast du damit einen ungefähren Anhaltspunkt.

  • Bildstabilisator

Bitte diesen Punkt nicht vernachlässigen! Nicht jede (Handy-) Kamera besitzt einen sogenannten Bildstabilisator, weshalb es oft zu unscharfen Fotos kommen kann – besonders ohne Stativ.

Wenn du jetzt denkst: Ach, sowas brauch ich doch nicht! …

…glaub mir: Auch Menschen mit eigentlich ruhigen Händen sind am Ende froh über diese, bei den neuesten Kameras und Handys sowieso integrierte, nützliche Funktion.

  • Akkulaufzeit

Und das wohl wichtigste zum Schluss: Die Kapazität deines Akkus. Besonders bei Handys, die als Kamera agieren, besteht in diesem Punkt natürlich ein Nachteil. WhatsApp, Facebook und Co. ziehen viel Akku, so dass es gerade in Situationen die spontan entstehen, schnell in die Hose gehen kann.

Ich meine, gibt es etwas schlimmeres als DAS perfekte Motiv und dann ist der Akku tot?! – Ich glaube, du weißt was ich meine.

  • Größe und Gewicht

Hier ist es von Vorteil, wenn du im ungefähren weißt, wie und wo du deine Kamera die meiste Zeit einsetzen willst.

Du bist viel unterwegs, oder gar wie wir auf Reisen mit dem Rucksack? Dann empfehle ich dir ein Handy mit einer gut verbauten Kamera oder einer kleinen Systemkamera mit hoher Auflösung.

Du fotografierst meist in deiner Umgebung, nimmst sowieso deine restliche Ausrüstung (Stativ, Objekte etc.) mit und kommst auch bei der ein oder anderen Wanderung mit etwas mehr Gewicht klar? Dann ist eine digitale Spiegelreflexkamera unter Umständen für dich das Wahre.

Mein Tipp: Übereile die Wahl deiner Kamera nicht und lies dir vorab Testberichte auf seriösen Seiten durch.

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2. Naturfotografie: Das Motiv ist entscheidend

Egal ob bei Instagram, Facebook oder der Googlebildersuche:

Man begegnet heutzutage fast ständig atemberaubenden Naturaufnahmen. Da bekommt man natürlich Lust, selbst solche großartigen Bilder zu schießen!

Sei dir aber bitte bewusst, dass viele Fotos im Nachhinein bearbeitet wurden. Auch wenn die Lichtbedingungen der Originalaufnahme nicht optimal sind, muss dies nicht zwingend ein schlechtes Endergebnis bedeuten. Auf die verschiedenen Bearbeitungstools werde ich deshalb am Ende unter Punkt 5 noch einmal eingehen.

Das Hauptproblem bei der Naturfotografie wird sicher sicher schon am Anfang bemerkbar machen: Du bist nicht in einem Fotostudio.

Wo du ansonsten mit Licht, Posing und weiteren Extras kontrolliert die Art deines Fotos bestimmen kannst, findest du bei der Fotografie in der Natur ständig wechselnde Bedingungen vor. Wichtig ist daher, dass du das Ganze mehr als einen Prozess siehst und dich selbst nicht zu stark unter Druck setzt.

Umso mehr du im Alltag fotografierst, umso eher wirst auch spontan geeignete Motive finden. Was beim ersten Spaziergang vielleicht nur ein langweiliger Baum war, kann beim nächsten Mal schon das perfekte Motiv für eine Makroaufnahme (Nahaufnahme) sein.

Gehe also einfach für einen kleinen Fotospaziergang raus und erfreue dich an den interessanten Naturmomenten.

Der kleine Bach im Park, das Moos am unteren Ende des Gartenzauns oder gar die im Wind umherwirbelten Blätter können eine wahre Inspiration sein!

Und bevor du zu viel darüber nachdenkst:

Fange die Momente einfach mit der Kamera ein. Wenn du es nicht willst, wird keiner diese Aufnahmen sehen, so dass du unbeschwert einfach verschiedene Fotos machen kannst. Finde deine Motivation und Begeisterung für die Natur und probiere dich aus.

Auf deiner „Jagd“ wird dir sicher das ein oder andere Motiv über den Weg laufen und dir die Chance bieten, den besonderen Moment einzufangen.

Auf Dauer wirst du so auch ein Auge für gute Motive entwickeln und mit der Zeit spielend leicht geeignete Orte und Szenerien für gute Naturfotografie finden.

Als Anfänger solltest du dich also nicht so auf die Motivwahl versteifen. Denn ganz egal was du anfänglich fotografierst: Du wirst schnell feststellen, dass deine Bilder besser werden, sobald du regelmäßig fotografierst.

Mein Tipp: Fotografiere bei jeder Gelegenheit, denn auch bei der Naturfotografie gilt am Ende oft das Sprichwort „Übung macht den Meister“. Hab also etwas Geduld mit dir und setz dich nicht mit zu hohen Erwartungen unter Druck.

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3. Die Perspektive

Wer heutzutage aus der Masse herausstechen möchte, sollte auf jeden Fall einmal die Perspektive wechseln.

Meiner Erfahrung nach gilt besonders in der Naturfotografie: Umso ungewöhnlicher die Perspektive, desto unverwechselbarer sind deine Schnappschüsse.

Wie wäre es zum Beispiel damit, dass du dein Motiv aus der Vogelperspektive knipst oder dich vielleicht sogar hinlegst? Probiere hier einfach herum und drehe ruhig auch die Kamera, um aus anderen Winkeln fotografieren zu können.

Fazit: Alles ist erlaubt und sollte ausprobiert werden 😉

Denn gibt es etwas langweiligeres als Bilder, welche immer auf Augenhöhe geschossen werden? Lass deiner Kreativität freien Lauf und nutze die eine veränderte Perspektive, um unterschiedliche Bildwirkungen in der Naturfotografie zu erzielen.

Mein Tipp: Die Methode, bei welcher du dich hinkniest oder gar auf den Boden legst, gibt besonders architektonischen Bildern ein ganz besonderes Flair und damit das gewisse Etwas.

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4. Man lernt in der Fotografie nie aus!

Aus diesem Grund, solltest du Interesse an der Verfolgung deines Hobbys haben, sollte der Drang nach Verbesserung stetig dein treuer Begleiter sein.

Wähle hierzu dein bevorzugtes Medium, z. B. YouTube oder einen Blog, und bilde dich weiter. Viele Profis verraten dir online ihre Tipps & Tricks und helfen dir dabei, immer etwas Neues zu lernen.

Meine 3 persönlichen Favoriten:

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5. Nachbearbeitung: Ja oder Nein?

In diesem Punkt spalten sich die Geister. Ist es fair, Bilder im Nachgang zu bearbeiten und vielleicht so die ein oder andere Kleinigkeit zu retuschieren, zu erhellen oder gar die Farben zu verändern? Ich denke ja!

Ich kenne um ehrlich zu sein auch nur wenige Fotografen, welche nicht mit verschiedenen Softwares der Bildbearbeitung „tricksen“.

Gerade in den Anfängen hat man noch nicht das Gefühl für die perfekte Belichtung oder entdeckt zufällig ein geeignetes Motiv zur falschen Tageszeit.

Aus diesem Grund will ich dich warnen: Knipse deine Bilder immer im RAW-Format.

Ich selbst habe am Anfang nämlich den Fehler begannen und ausschließlich im JPG-Format fotografiert. Damit habe ich direkt bein erstellen des Bildes eine Vielzahl an Möglichkeiten verschenkt.

Mir war nicht bewusst, dass ein JPG-Format ein bereits komprimiertes Format ist und somit mit einer geringeren Größe gespeichert wird.

Im Endeffekt bedeutet das, dass die eigene Kamera bereist einen Filter über das Ausgangsbild legt. Somit ist die Nachbearbeitung der Einstellungen wie Sättigung, Kontrast und Tonwerte zum Beispiel schon eingeschränkt..

In einem RAW-Format sind hingegen noch alle Bildinformationen enthalten, da es sich um eine Art digitales Negativ handelt.

Mein persönlicher Favorit bei der Bearbeitung von im RAW-Format geschossenen Fotos ist das Programm von Adobe Lightroom. Dieses kann sowohl am Handy als auch am PC/Laptop genutzt werden und bietet viele Optionen, um dein Bild wirklich einzigartig zu machen.

Auch gibt es die Option sich bereit vorgefertigte Presets (Einstellungen für deine Bilder) zu kaufen, welche du bei Bedarf aber jederzeit noch individuell anpassen kannst.

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Weitere Tools, die ich empfehlen kann:

  • Snapseed (relativ eingeschränkt, aber besonders für die schnelle und einfache Bearbeitung von Schnappschüssen am Handy geeignet)
  • Photoshop sowie Photoshop Elements
  • Gimp

Falls du dich für weitere Bearbeitungsprogramme interessierst, lohnt sich ein Blick in den Artikel „30 Alternativen zu Lightroom und Photoshop [2019]

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Das allerwichtigste: Hab Spaß!

Als Fotograf gibt es wohl keinen wichtigeren Schritt, als den des Tuns. Mach dich also bereit, schnapp dir deine sieben Sachen und gehe raus. Nur so wirst du Erfahrungen sammeln und dazu lernen. Denn so viele Kurse du belegt oder Tipps gelesen hast, diese Dinge werden dir vorerst nur in der Theorie helfen.

Wenn du also Interesse an der Naturfotografie hast, solltest du einfach raus gehen und deine Umgebung erkunden. Sicherlich wirst du auf Anhieb viele Motive finden und mit der Zeit auch gezielter finden.

Nur wer ins Tun kommt, wird mit der Zeit zum besseren (Natur-) Fotografen.

Ich hoffe dir haben meine Tipps geholfen. 🙂

Für Rückfragen könnt ihr euch gern an office@vanessastark.de wenden. Schaut auch mal auf Ihren Blog vorbei www.vanessastark.de.